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Wissenswertes

Inka und „Patata“.

Ursprungsland der Kartoffel ist das Andenhochland zwischen den heutigen Staaten Peru und Bolivien. Bereits seit Jahrtausenden kultivierten die einheimischen Völker der südamerikanischen Anden zahlreiche Kartoffelsorten. Der Zeitpunkt der meisten religiösen Feste der Inka entsprach im Kalender den Pflanz- und Erntezeitpunkten dieser für sie bedeutendsten Erdfrucht. Die angebauten Sorten waren bereits hoch entwickelt, den verschiedensten Anbaulagen und unterschiedlichen Verwendungszwecken angepasste Kulturpflanzen und weit entfernt von den Urformen, wie sie von der Natur hervorgebracht wurden. In den kargen Gebirgsregionen war die „Patata“ die Hauptnahrung der einheimischen Volksstämme und wird bis heute in bis zu viertausend Meter Höhe angebaut.

Von Südamerika nach Europa.

Spanische Eroberer fanden in der Neuen Welt zahlreiche ihnen bisher unbekannte Pflanzen und Früchte, die heute einen selbstverständlichen Teil unserer Ernährung bilden. Viele widersprüchliche Geschichten und Anekdoten berichten davon, wie die Kartoffel in Europa zur Agrarfrucht werden konnte. Sicher ist nur, dass es zwei Hauptausbreitungswege gab, auf denen sich die Kartoffel als Hauptnahrungsmittel in Europa etablieren konnte. Ein Weg führte über Irland, England und die Niederlande, ein zweiter über Portugal, Spanien, Frankreich und Italien. Die zeitgenössischen Berichte sind leider sehr ungenau, da damalige Berichterstatter die Kartoffel allzu oft mit „Yamswurzel“, „Süßkartoffel“, „Topinambur“ oder „Maniok“ verwechselten. Diese Bodenfrüchte haben eine gewisse Formähnlichkeit, sind aber biologisch nicht mit der Kartoffel verwandt.

Im kaiserlichen Auftrag.

In Preußen sorgte Friedrich der Große für die Verbreitung der Kartoffel. Während der Industrialisierung waren Obst und Gemüse für das Stadtproletariat praktisch unerreichbar. Zu dieser Zeit lieferte gerade die Kartoffel neben der notwendigen Energie auch Spurenelemente und vor allem Vitamin C. 

300 Millionen Tonnen.

Heutzutage hat die Kartoffel für Europa und die ganze Welt eine weitreichende Bedeutung erlangt. Weltweit werden jährlich etwa 300 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Die Kartoffel ist damit in großen Teilen der Welt, auch in Mitteleuropa, ein wichtiges Grundnahrungsmittel.